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Wie alles begann

Nein, mit dem Urknall oder Adam und Eva wollen wir nun doch nicht anfangen. So weit wollen wir gar nicht in der Zeit zurückreisen. Fangen wir einmal im Jahr 1159 an. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Stadt Runkel unter der Herrschaft eines gewissen Siegfried I. erstmals in einer Urkunde erwähnt. Dieser Siegfried hat mit einiger Sicherheit wohl auch die Runkeler Burg gebaut.

Ein Streit zwischen zwei seiner Nachfahren hatte die Errichtung einer neuen Burg auf den gegenüberliegenden Lahnfelsen zur Folge - um seinen Runkeler Feinden zu schaden:die Burg Schadeck war 1288 erstmals in einer Urkunde erwähnt worden.

1448 war ein weiteres wichtiges Jahr in Runkel: die Brücke über die Lahn wurde endlich fertig.Natürlich nicht ohne vorherige heftige Raufereien und Scharmützel zwischen Runkel und Schadeck

Der schwärzeste Tag in der Geschichte der Stadt war während des 30jährigen Kriegs: 1634 plünderten und brandschatzten die kroatischen Soldaten des Grafen Isolani die Stadt. Danach kam auch so langsam die Apotheke in Runkel zum Vorschein. Schon vor 1700 hat es hier eine Apotheke gegeben, allerdings keine öffentliche. In den Flammen des großen Brandes von 1691 verlor der damalige Arzt Dr. Ersfeld neben seiner gesamten Wohnungseinrichtung und aller seiner Bücher auch seine "wohlfournirte (gut ausgestattete) Apotheque".

1770 erfolgte dann die Gründung der Hofapotheke. Georg Adam Krafft aus der Nähe von Butzbach war ihr erster Besitzer. Ihm folgte 1818 der Apotheker Amann, der sein Geschäft vom damaligen Bürgerhaus (heute Burgstraße 25) schräg gegenüber ins sogenannte Justizgebäude verlegte. Davor war sie im ehemaligen Rathaus, heute Schloßplatz 1, zu finden.

Durch das Nassauische Medizinaledikt von 1818 bekam die damalige Apotheke für das Amt Runkel ihren neuen, heutigen Namen.

Karl Engels aus Weilburg wurde 1845 Apotheker in Runkel, sein Sohn Max übernahm den Betrieb 1877. Im Jahre 1914 kam dann der Emdener Dr. Daniel Bruns als Apotheker nach Runkel. Nach dem Tod von Daniel Bruns am 22.12.1945 wollte sein Sohn Gerd die Apotheke weiterführen. Doch dem schob die amerikanische Besatzungsmacht zunächst einen Riegel vor.

Wegen seiner nationalsozialistischen Vergangenheit erteilten sie ihm Berufsverbot. Diese Umstände wollte seine Stiefmutter ausnutzen um selbst in den Besitz der Apotheke zu kommen. Sie unterlag aber nach einem langen Rechtsstreit. Vor Gericht wurde sie von einem gewissen Rechtsanwalt Namens Gustav Heinemann vertreten, später dann als Bundespräsident unserer Republik bekannt.

Doch Gerd Bruns sollte in Runkel nicht glücklich werden: Aufgrund einer Affäre verließ er 1955 Runkel und verpachtete die Apotheke an Dr. Ernst Ullmann. Ihm folgte 1970 Karl-Ernst Meister aus Diez, der die Apotheke endgültig von Gerd Bruns erwarb. Nachdem der Weiterbetrieb der Amts-Apotheke in den damaligen Räumen (Burgstraße 10) behördlicherseits untersagt worden war, erfolgte 1973 der Umzug in den Neubau im Langarten 8. Nach Meisters Rückzug in den Ruhestand ist seit 1998 der aus Zollhaus/Aar stammende Torsten Kraemer Chef in der Runkeler Amts-Apotheke.


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